Kapellenfest Hürrlingen
Termin
Do. 11.06.2026, 19:00
Kapellenfest in Hürrlingen zu Ehren des Heiligen Antonius von Padua, 19.00 Uhr Heilige Messe.
Beschreibung
Der Kapellenverein von Hürrlingen richtet alljährlich das Fest aus. Terminlich liegt es um den 13. Juni herum, dem Gedenktag des Heiligen Antonius.
Das Fest mit gemütlichem Hock bei Getränken und Bratwurst wird von vielen Gästen aus nah und fern gern besucht.
Die Liebe und Fürsorge für die Ärmsten war ein große Herzenshaltung des Heiligen Antonius. Daraus entstand der Brauch Antonius-Brot zu backen, zu segnen und es miteinander zu teilen.
Leben des Heiligen
Antonius, mit Geburtsnamen Fernando, entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie. Er wurde am 15. August 1195 in Lissabon geboren. Mit 15 Jahren wird er zur Ausbildung in das Kloster der Augustinerchorherren São Vicente vor den Stadtmauern Lissabons gegeben.
Hier verbringt er etwa zwei Jahre. Weil er sehr viel Besuch von Verwandten und Freunden bekommt, die ihn ablenken, bittet er die Ordensoberen darum, nach Coimbra, damals die Hauptstadt Portugals, in ein anderes Kloster der Augustiner-Chorherren gehen zu dürfen. Er wird 8 Jahre lang in Coimbra bleiben; hier vertieft er seine religiöse Ausbildung und widmet sich dem Studium der Humanwissenschaften, der Bibel und der Theologie. Das Ergebnis wird ihn zu einem der gebildetsten Geistlichen seiner Zeit machen. Gegen den Wunsch seiner Familie empfängt er mit 25 Jahren die Priesterweihe.
Im Jahr 1220 erlebt die Überführung der sterblichen Überreste von 5 Minderbrüdern, Mitglieder der neuen Gemeinschaft von Franz von Assisi die in Marokko durch fanatische Muslime um ihres Glaubens willen ermordet wurden.
Die Begegnung mit der Bewegung von Franziskus wird grundlegend für den Glaubenspfad des jungen Geistlichen sein: Er beschließt im September 1220 der Bewegung von Franziskus von Assisi beizutreten. Bei dieser Gelegenheit ändert er auch den Namen und wird Bruder Antonius heißen.
In Antonius reift der Wusch zur Mission und im besonderen zum Martyrium: Mit diesem Ideal reist er nach Marokko. Gerade in Marokko gelandet, erkrankt er schwer. Da er nicht gesund wird kehrt er nach Europa zurück. Das Schiff, auf dem er sich befindet, wird von einem Sturmwind erfasst und an die Küste von Sizilien getrieben, wo es Schiffbruch erleidet.
Von dort aus geht er nach Assisi: Bei dieser Gelegenheit lernt er Franziskus kennen, der zu Pfingsten 1221 alle seine Brüder versammelt hatte. Es ist eine einfache, aber sehr wichtige Begegnung für Antonius, die ihn in seiner Entscheidung bekräftigt, Gott als Mitglied der Franziskanischen Bruderschaft zu folgen.
Antonius wird eingeladen, sich in die Region Romagna zur Einsiedelei von Montepaolo, in der Nähe von Forlì, zu begeben. Dort lebt er ein zurückgezogenes Leben, er betet, meditiert und ist seinen Mitbrüdern zu Diensten.
Im September 1222 gibt es in Rimini eine Priesterweihe bei der Antonius als Ersatz für den Prediger predigen muss. Bei dieser Gelegenheit wird sein Talent als Prediger entdeckt. Auch wenn er Ausländer ist, erkennt man seine ausgezeichnete biblische Ausbildung und sein Talent, den Glauben mit einfachen Worten zu erklären. Von da an wird er nach Norditalien und Süd-Frankreich geschickt; mit seinen Predigten belebt er den Glauben der von den damaligen Irrlehrern verwirrten Menschen. Er tritt auch gegen den sittlichen Verfall einiger Vertreter der Kirche auf.
Ende 1223 wird der nunmehr 28-jährige Antonius als Theologielehrer nach Bologna eingeladen. Er bleibt dort zwei Jahre lang. Antonius ist einer der ersten Lehrer für Theologie für die Minderbrüder; er erhält von Franziskus selbst eine schriftliche Genehmigung. Franziskus nennt ihn anerkennend „meinen Bischof“ (Episcopo meo) und bat ihn, den Brüdern theologische Vorlesungen zu halten, „wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschest“.
Etwa ein Jahr lang hielt sich Antonius an der Universität Bologna auf, wo er als Lektor der Theologie für die Franziskaner tätig war, bevor er 1225 nach Südfrankreich zog, um auch dort zu predigen. Wohl um das Jahr 1227 kehrte er nach Oberitalien zurück, wo er als Ordensoberer, Studienleiter und Bußprediger wirkte. Er galt schon zu Lebzeiten als bedeutendster Prediger seiner Zeit.
Je nach Zählung ergeben sich zwischen 70 und 250 Predigten ide noch erhalten sind. Sie sind nicht vollständig ausformuliert, sondern liegen als Skizzen vor. Neben der Verwendung als Predigthilfe könnten sie auch als Aufzeichnungen für den Theologieunterricht eingesetzt worden sein. Bei seinen Predigten bediente Antonius sich allegorischer Wortausdeutungen und anschaulicher Bilder aus der Natur und der lebensweltlichen Umwelt als „Aufhänger“, um die Glaubensinhalte und Bibelstellen sinnfällig zu erklären und die Zuhörer zu fesseln. Im Vorwort zu seiner Predigtsammlung schrieb er zu dieser Methode: „Unsere Zeit ist durch das hohle Wissen ihrer Leser und Zuhörer so weit gekommen, dass sie des Lesens überdrüssig wird und nur ungern zuhört, wenn sie nicht gewählte, wohlüberlegte und modern klingende Worte liest oder hört. Darum habe ich [...] gewisse naturwissenschaftliche Erörterungen über Dinge und Tiere und Namenserklärungen auf das sittliche Leben gedeutet und in mein Werk aufgenommen.“
Antonius wird wegen seiner Talente zum Provinzialminister d.h. Oberer der Franziskaner-Bruderschaften Norditaliens ernannt, im Zeitraum von 1227 bis 1230. Diese Aufgabe verlangt den Besuch von zahlreichen Konventen Norditaliens, unter denen Antonius dann die Stadt Padua und die kleine Franziskanergemeinschaft bei der bescheidenen Kirche Sancta Maria Mater Domini besonders ans Herz wächst.
In Padua wird er zweimal für kurze Zeit verweilen: einmal zwischen 1229 und 1230 und ein zweites Mal zwischen 1230 und 1231, als er vorzeitig stirbt. Obwohl die Zeit seiner Aufenthalte in Padua so knapp ist, nimmt er eine enge Verbindung zu dieser Stadt auf. Der Bürgermeister von Pauda, Stefano Badoer, der den Lehren und Predigten des Antonius folgt, reformiert die Strafgesetzgebeung auf Rat des Heiligen.
Nach Ostern 1231 befolgt Antonius den Rat des Grafen Tiso VI. und zieht sich mit anderen Brüdern zu ihm nach Camposampiero zurück, das in der Nähe von Padua liegt, um auszuruhen. Ein großer Nussbaum wird zum Lieblingsort für den Heiligen und so verbringt er die Tage in Besinnung auf Gott und mit Gesprächen mit den einfachen Leuten der Umgebung. In dieser Zeit erscheint ihm das Jesuskind und spricht mit ihm, so wie Graf Tiso bezeugt.
An einem Freitag - dem 13. Juni 1231 - wird er von einer plötzlichen Übelkeit ergriffen. Er wird auf einem Ochsenkarren in die Stadt Padua gebracht, wo er zu sterben wünscht. Auf dem Weg, in Arcella angekommen, einem kleinen Stadtteil an den Toren Paduas, murmelte er „Ich sehe meinen Herrn“ und stirbt mit ungefähr 36 Jahren.
Einige Tage später wird Antonius nach einem feierlichen Trauer-Gottesdienst in Padua in der kleinen Kirche Sancta Maria Mater Domini begraben, die seine Zuflucht in den Zeiten von intensiver apostolischer Tätigkeit war.
Ein Jahr später überzeugen die Verehrung der Paduaner und die verschiedenen Wundertaten des hl. Antonius Papst Gregor IX., die Heiligsprechung schnell anzuordnen; am 30. Mai 1232 wird Antonius nur elf Monate nach seinem Tod heilig gesprochen.
1946 erklärt Papst Pius XII. den heiligen Antonius zum Kirchenlehrer und verleiht ihm den Titel ‚doctor evangelicus'.
Gebet
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deiner Kirche
im heiligen Antonius von Padua
einen machtvollen Verkünder des wahren Glaubens
und einen Helfer in der Not geschenkt.
Gib, dass wir nach seinem Vorbild
ein christliches Leben führen
und in allen Nöten deine Hilfe erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Veranstaltungsort
Kapelle St. Antonius
Veranstalter
Röm. Kath. Kirchengemeinde An der Wutach

